Bioresonanz wissenschaftlich erklärt: Fakten und Mythen

Bioresonanztherapie Wirkung, Frequenzmedizin, energetische Heilung
Die Bioresonanz verspricht Heilung durch Frequenzen und Schwingungen – ohne Medikamente, ohne Nebenwirkungen. Immer mehr Menschen interessieren sich für diese Form der alternativen Medizin. Doch was steckt wissenschaftlich dahinter? Zwischen begeisterten Erfahrungsberichten und skeptischen Expertenstimmen fällt die Orientierung schwer.
Was ist Bioresonanz und wie soll sie funktionieren?
Die Bioresonanztherapie basiert auf der Annahme, dass jeder Körper ein elektromagnetisches Feld besitzt und in spezifischen Frequenzen schwingt. Krankheiten entstehen demnach durch gestörte Schwingungsmuster. Die Therapie soll diese wieder harmonisieren.
Bei der Behandlung werden Elektroden am Körper angebracht, die mit einem Bioresonanzgerät verbunden sind. Dieses Gerät soll körpereigene Schwingungen messen, krankmachende Frequenzen filtern und heilende Schwingungen verstärkt an den Körper zurücksenden. Die Sitzung dauert typischerweise 30 bis 60 Minuten.
Was bedeutet das für Sie?
Die Theorie klingt plausibel, weil unser Körper tatsächlich bioelektrische Signale produziert – denken Sie an das EKG (Herzstromkurve) oder das EEG (Gehirnströme). Die Frage ist jedoch, ob diese Signale tatsächlich so gemessen und therapeutisch beeinflusst werden können, wie die Bioresonanz behauptet.
Die Behandlung ist schmerzfrei und wird oft als entspannend empfunden. Viele Patienten berichten von einem Wohlgefühl während der Sitzung.
Wissenschaftliche Evidenz: Was sagen Studien und Experten?
Die Bioresonanztherapie steht seit Jahrzehnten im Fokus wissenschaftlicher Untersuchungen. Die Ergebnisse sind ernüchternd: Hochwertige Studien konnten bisher keine spezifische Wirksamkeit belegen, die über einen Placebo-Effekt (Scheinwirkung) hinausgeht.
Das Deutsche Krebsforschungszentrum stellt klar: „Es gibt keine wissenschaftlichen Belege für die Wirksamkeit der Bioresonanztherapie." Auch die Deutsche Gesellschaft für Allergologie kommt zu dem Schluss, dass die Methode zur Allergiediagnostik ungeeignet ist.
Aspekt | Behauptung der Bioresonanz | Wissenschaftlicher Stand |
Krankheitsursache | Gestörte Schwingungen | Keine Belege für krankhafte Frequenzen |
Diagnose | Messung von Störfrequenzen | Geräte messen keine spezifischen Krankheitsmarker |
Therapie | Harmonisierung der Schwingungen | Kein Nachweis therapeutischer Effekte |
Aus der Praxis zeigt sich: Wenn Patienten Verbesserungen spüren, liegt das meist an der intensiven Betreuung, der entspannten Atmosphäre oder daran, dass parallel andere Behandlungen wirken. Der menschliche Organismus ist außerdem erstaunlich gut darin, sich selbst zu heilen – viele Beschwerden verschwinden von allein.
Kritisch ist auch, dass Bioresonanzgeräte oft Allergien diagnostizieren sollen, die gar nicht vorhanden sind. Dies kann zu unnötigen Diäten und Einschränkungen führen.
Anwendungsgebiete und Grenzen der Bioresonanz
Bioresonanz-Therapeuten behandeln ein breites Spektrum von Beschwerden – von Allergien über chronische Schmerzen bis hin zu Erschöpfung. Besonders häufig wird sie bei folgenden Problemen eingesetzt:
Häufige Anwendungsbereiche:
Allergien und Unverträglichkeiten
Chronische Müdigkeit und Erschöpfung
Hautprobleme wie Neurodermitis
Verdauungsbeschwerden
Raucherentwöhnung
Schmerzen verschiedener Art
Wichtig zu wissen ist: Für keines dieser Anwendungsgebiete gibt es wissenschaftliche Belege für eine spezifische Wirksamkeit. Das bedeutet nicht automatisch, dass die Methode schadet – aber sie ist nicht wirksamer als eine Scheinbehandlung.
Beschwerde | Bioresonanz-Versprechen | Bewährte Alternativen |
Allergien | Frequenz-Harmonisierung | Allergietest beim Arzt, Hyposensibilisierung |
Erschöpfung | Energetische Regulierung | Stressabbau, Schlafhygiene, ärztliche Abklärung |
Hautprobleme | Schwingungstherapie | Dermatologische Behandlung, Hautpflege |
Die Erfahrung lehrt: Wer sich für Bioresonanz interessiert, sollte sie nicht als Ersatz für bewährte medizinische Behandlungen sehen, sondern höchstens als Ergänzung – und das auch nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt.
Kosten, Kostenübernahme und praktische Aspekte
Eine Bioresonanz-Sitzung kostet zwischen 50 und 120 Euro. Meist sind mehrere Termine nötig – die Gesamtkosten können schnell mehrere hundert Euro erreichen.
Kostenübernahme:
Gesetzliche Krankenkassen: Übernehmen die Kosten nicht, da keine wissenschaftliche Anerkennung vorliegt
Private Krankenversicherungen: Erstatten teilweise, je nach Vertrag und Tarif
Zusatzversicherungen: Manche Heilpraktiker-Zusatzversicherungen übernehmen einen Teil
Was bedeutet das für Sie?
Planen Sie die Behandlung als Selbstzahlerleistung ein. Lassen Sie sich vorab über die voraussichtlichen Gesamtkosten informieren und vereinbaren Sie klare Behandlungsziele.
Seriöse Therapeuten klären Sie über die begrenzte wissenschaftliche Evidenz auf und drängen Sie nicht zu kostspieligen Behandlungsserien. Warnsignale sind Heilungsversprechen bei schweren Krankheiten oder der Rat, bewährte medizinische Behandlungen abzusetzen.
Risiken und Sicherheitsaspekte
Die Bioresonanztherapie selbst gilt als weitgehend risikoarm. Die verwendeten Geräte senden nur schwache elektromagnetische Signale aus, die keine direkten körperlichen Schäden verursachen.
Direkte Risiken sind minimal:
Keine bekannten Nebenwirkungen durch die Behandlung selbst
Sehr seltene Hautreizungen durch die Elektroden
Keine Wechselwirkungen mit Medikamenten
Indirekte Risiken sind bedeutsamer:
Verzögerung notwendiger medizinischer Behandlungen
Falsche Allergie-Diagnosen können zu unnötigen Diäten führen
Hohe Kosten ohne nachgewiesenen Nutzen
Überschätzte Erwartungen können zu Enttäuschungen führen
Bewährt hat sich: Bei ernsthaften oder anhaltenden Beschwerden zuerst eine ärztliche Abklärung durchführen zu lassen. Die Bioresonanz kann parallel dazu erfolgen, sollte aber eine notwendige medizinische Behandlung nicht verzögern oder ersetzen.
Besondere Vorsicht ist bei Krebs oder anderen schweren Erkrankungen geboten: Hier kann der Zeitverlust durch unwirksame Behandlungen lebensgefährlich werden.
Häufig gestellte Fragen zu Bioresonanz
Kann Bioresonanz Allergien heilen?
Nein, es gibt keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass Bioresonanz Allergien heilen kann. Auch die Allergiediagnostik mittels Bioresonanz ist unzuverlässig und kann falsche Ergebnisse liefern. Bei Allergieverdacht sollten Sie einen Allergologen aufsuchen, der mit bewährten Testverfahren eine sichere Diagnose stellen kann.
Ist Bioresonanz gefährlich?
Die Behandlung selbst ist nicht gefährlich. Indirekte Risiken entstehen, wenn notwendige medizinische Behandlungen aufgeschoben oder durch Bioresonanz ersetzt werden. Besonders problematisch ist dies bei schweren Erkrankungen wie Krebs.
Warum spüren manche Menschen trotzdem Verbesserungen?
Das liegt meist am Placebo-Effekt: Die Erwartung einer Heilung kann tatsächlich zu Besserungen führen. Außerdem erhalten Patienten oft viel Aufmerksamkeit und Zeit, was an sich schon wohltuend wirkt. Manche Beschwerden verschwinden auch von selbst.
Können Kinder mit Bioresonanz behandelt werden?
Grundsätzlich ist die Behandlung auch für Kinder nicht schädlich. Jedoch sollten Sie bei Kindern besonders vorsichtig sein und nicht auf bewährte medizinische Behandlungen verzichten. Die Diagnose von Nahrungsmittelallergien mittels Bioresonanz kann zu unnötigen Diäten führen, die das Wachstum beeinträchtigen.
Was sollte ich bei der Therapeutenwahl beachten?
Wählen Sie einen Therapeuten, der ehrlich über die begrenzte wissenschaftliche Evidenz aufklärt und keine unrealistischen Heilungsversprechen macht. Seriöse Anbieter drängen nicht zu teuren Behandlungsserien und raten nicht vom Arztbesuch ab.
Übernehmen Krankenkassen die Kosten?
Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht. Einige private Krankenversicherungen oder Heilpraktiker-Zusatzversicherungen erstatten einen Teil der Kosten, je nach Vertrag.
Kann ich Bioresonanz parallel zur Schulmedizin machen?
Grundsätzlich ja, solange Sie bewährte medizinische Behandlungen nicht aufgeben oder verzögern. Informieren Sie alle behandelnden Ärzte über zusätzliche Therapien, um Wechselwirkungen auszuschließen.
















